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Wie begrüne
ich Wände?
Die
Begrünung von Hausfassaden bringt eine Vielzahl von Vorteilen, die mit
geringem Aufwand erreicht werden können:
- Kletterpflanzen geben auch langweiligen
Häusern ein
lebendiges und
individuelles Äußeres
- Bei Wärme beschatten und kühlen sie in Verbindung
mit der
erhöhten Wasserverdunstung die Fassade
- Im Winter Wärmedämmung durch immergrüne
Kletterpflanzen
- Blätter schützen die Fassade vor Regen
- Lebensraum für Insekten und Vögel (Schutz,
Nahrung, Nistgelegenheit).
Leider
hat die Fassadenbegrünung
mit einigen Vorurteilen zu kämpfen,
die jedoch unbegründet sind:
- Kletterpflanzen zerstören das
Mauerwerk. Falsch: Intakte Hauswände werden nicht beschädigt.
Die "Haftwurzeln" der selbstklimmenden Kletterpflanzen sind keine
richtigen Wurzeln, die in die Mauer eindringen, sondern haben nur die
Aufgabe, die Pflanze an der Wand zu halten.
- Begrünte Wände werden feucht.
Falsch: Der Regen läuft am Blätterwerk ab und gelangt erst
gar nicht an die Wand. Hinter den Blättern findet noch ausreichend
Luftzirkulation statt, um einen Feuchtigkeitsstau zu verhindern. Daher
sind begrünte Wände trockener als unbegrünte.
- Nach einer Hausbegrünung kommt es zu
einer Invasion von Spinnen und Insekten. Falsch: Die Jagdreviere dieser
Tiere sind außerhalb des Hauses. Außerdem sorgen in der
Hausbegrünung nistende Vögel wie Grünfinken und
Buchfinken für deren Dezimierung. Marienkäfer jagen die
Blattläuse.
Bei der
Auswahl der Pflanzen ist zu beachten, daß sie unterschiedliche
Anforderungen an die Lage stellen:
Immergrüne
Pflanzen wie der Efeu eignen
sich für gut für Nord- oder Ostwände, um dort im Winter
Schnee und Kälte abzuweisen. Als Regenschutz sind sie auch
für Westwände geeignet.
- An West-, aber besonders an Südwänden
kann man sommergrüne Arten wie Wilden Wein, Waldreben und
Geißblatt einsetzen. Die Wintersonne kann die unbeschattete
Hauswand mit erwärmen.
Wählen Sie
vor allem die robusten heimischen
Arten (keine Zierformen), wenn Sie auch unserer Tierwelt helfen wollen.
Außer bei selbstklimmenden Arten brauchen die Pflanzen Rankhilfen
(Rankgerüste oder Drähte). Hier einige Beispiele:
- Efeu (Hedera helix). Immergrün.
Selbstklimmend. Robust. Schnellwachsend
(bis 1 m pro Jahr). Für schattige Lagen.
- Wilder Wein (Parthenocissus). Sommergrün.
Prächtige Herbstfärbung bei sonniger Lage. Selbstklimmend.
Schnellwachsend. Für sonnige bis halbschattige Lagen. Beeren sind
Vogelnahrung.
- Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum).
Sommergrün. Schlingend. Schöne stark duftende Blüten.
Lockt nachtaktive Insekten an (Fledermaus-Futter!). Für
halbschattige bis schattige Lagen.
- Waldrebe (Clematis vitalba). Sommergrün.
Rankend. Große weiße Blüten. Im Herbst schöne
Fruchtstände. Schnellwachsend. Für sonnige Lagen.
- Knöterich (Polygonum aubertii).
Sommergrün. Schlingend. Langanhaltende weiße Blüte.
Rasantes Wachstum (bis 4 m pro Jahr). Für sonnige bis
halbschattige Lagen.
Voraussetzung für
ein gutes
Gedeihen ist ein großes Pflanzloch, das mit nährstoffreichem
Boden aufgefüllt werden sollte. Den mitgelieferten Bambusstab als
Kletterhilfe zunächst nicht entfernen, bis die Pflanze ausreichend
Halt gefunden hat. Mit Abstand zur Hauswand etwas schräg zur
Hauswand hin pflanzen. Kräftig gießen. Die Wurzeln der
Waldrebe sollten stets beschattet sein. Beste Pflanzzeit sind der
Herbst oder das zeitige Frühjahr.
Jetzt können die Pflanzen klimmen, ranken oder
schlingen, wenn
für ausreichenden Halt gesorgt ist. Achten Sie bei
schnellwachsenden Pflanzen wie Efeu und Knöterich darauf,
daß nicht Dachziegel abgehoben und Dachrinnen verstopft werden.
Hier hilft rechtzeitiger Rückschnitt.
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